Stunden und Straßen weiter blüht der Kirschbaum immer dichter und lebhafter und seine schweren Arme zittern unter Myriaden von Bienen und Wespen und Schmetterlingen und wäre der Ort insgesamt freundlicher, man möchte das Tagesbüro in seinen Schatten verlagern für die kurze Zeit, die ihm diese Pracht zugestanden ist. An der Ecke stolpert man über die jungbürgerlichen Familien, grüßt sich vorsichtig, kommt über knappe Höflichkeiten nicht hinaus, spürt unsichtbare Grenzen und Zurückhaltungen und sehr verschiedene Wertwelten und eigene Überheblichkeit. Unangenehm berührt. Schließlich der eigene Briefkasten, der markante Duft von Hochglanzdruck und hartem Papier verschwendet an Kurzlebiges, das ungesehen im Abfall endet. Antworten auf elektronische Post, in gedruckter Form, nicht signiert, weil maschinell erzeugt. Man könnte sich viele Fragen stellen, aber die Sonne treibt wie ein heller warmer Ballon über den blassblauen Himmel und einstweilen versöhnt dieser Anblick mit kleineren und größeren Grotesken, die eigentlich keine geistige Energie verdienen.
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